Catl hat geschrieben:die Angestellten im Einzelhandel
Das ist eine Aussperrung von Arbeitgeberseite, wenn ich das richtig verstanden habe. Deswegen ist auch Stockmann offen, weil die sich ihre verrückten Tage nicht vermiesen lassen wollen. Der Effekt ist natürlich der gleiche.
Ich versteh die sch**** Streikerei eh nicht - sollen die, die noch einen Job haben froh drüber sein - das könnte sich schnell nochmal ändern wenns noch mieser läuft.
Ich finds vermessen jetzt auf Teufel komm raus um Prozente zu schachern.
Ich hab so die Nase voll von allen Streiks, vor allem wenn man aus der Schweiz kommt, wo praktisch nie gestreikt wird.
Ich werde einfach das Gefühl nicht los, dass sich die Gewerkschaft profilieren wollen.
Ihr werdet euch über kurz oder lang daran gewöhnen müssen.
Die spekulationsblasengetriebenen Nullerjahre sind vorbei und wegen dem nunmehr deregulierten Arbeitsmarkt tritt die immer schon feststellbar gewesene finnische Streikfreudigkeit wieder zu Tage. Gegenüber dem was wir in der 70er und 80er Jahren hier hatten war das seit Jahresanfang gesehene Peanuts.
Arbeite schon 35 Jahre hier und bin froh, dass ich nie habe streiken müssen. Aber man sollte auch wissen, dass es auch auf der Arbeitgeberseite in gewissen Branchen (u.a. Baubranche) Verhaltensweisen gibt, die z.B. in meinem Herkunftsland Schweiz nicht vorstellbar wären. Auch deshalb gibt es dort praktisch keine Streiks. Andere Länder, andere Sitten.
Finns to walk out against Estonian workforce
15.04.2010, 14:06 Read comments (11)
Employees at the Skansa construction company will stage a half-day walkout across Finland on Friday. The action is aimed at demonstrating concern over issues such as employment in the sector.
In a joint statement, shop stewards and employees criticised Skanska for increasing the use of cheap foreign labour. It also accuses management of publicly belittling the skills of of its own employees and of Finnish construction workers in general.
Skansa has, for example, planned to bring forty Estonian workers to a project in Finnish Lapland....
Hier geht es um arbeitsrechtliche Zwiste in Einzelunternehmen und dies erst noch in einer Branche mit bekanntermassen hoher Fluktuation.
Wo ist der Zusammenhang zum Thema?
Auch ich habe am Freitag den 16.04.2010 bei der Firma Würth gestreikt.
Als deutscher Staatsbürger mußte ich nicht lange überlegen, ob ich an diesem
Streik teilnehme.
Vielleicht haben einige in diesem Forum nicht ganz begriffen worum es bei
diesem speziellen Streik eigentlich geht. Hier geht es nicht oder nur sehr
wenig um eine Lohnerhöhung. Sondern es geht darum, daß die Arbeitgeber den 1. Krankheitstag nicht
mehr bezahlen wollen!!! Also trotz ärztlichen Attest usw.
Dieses sehe ich als bodenlose Frechheit der Arbeitgeber an! Es kommt
einem Rückschritt ins Mittelalter gleich.
Deshalb kann ich nur an Alle appelieren. Unterstützt diesen Streik!
finne hat geschrieben:Liebe Saksalaiset Forum Gemeinde!
Auch ich habe am Freitag den 16.04.2010 bei der Firma Würth gestreikt.
Als deutscher Staatsbürger mußte ich nicht lange überlegen, ob ich an diesem
Streik teilnehme.
Vielleicht haben einige in diesem Forum nicht ganz begriffen worum es bei
diesem speziellen Streik eigentlich geht. Hier geht es nicht oder nur sehr
wenig um eine Lohnerhöhung. Sondern es geht darum, daß die Arbeitgeber den 1. Krankheitstag nicht
mehr bezahlen wollen!!! Also trotz ärztlichen Attest usw.
Dieses sehe ich als bodenlose Frechheit der Arbeitgeber an! Es kommt
einem Rückschritt ins Mittelalter gleich.
Deshalb kann ich nur an Alle appelieren. Unterstützt diesen Streik!
Auf den einen Tag könnte ich verzichten wenn ich meinen Job dafür behalten kann.
Meine Meinung.
Wie würdest du reagieren, wenn die Arbeitgeber sagen: jo, behaltet euren Tag - dafür gehen Morgen Kündigungen an die Hälfte der Besatzung....
Hallo Sandra!
Genau das ist der Punkt. Du hast es selbst beantwortet. Du könntest auf den einen Tag verzichten aber nicht
die Masse der Bevölkerung. Bei diesen hohen Kosten in diesem Land ( Lebensmittelpreise, Energiekosten,
horende Autopreise usw.) können die Wenigsten auf Gehalt verzichten. Vielleicht ist dann beim nächsten mal
der 2. Krankheitstag auch dabei oder wir arbeiten auch am Samstag wieder. Ich meine eine 6 Tage Woche.
Das würde dir wohl auch gefallen. Unsere Großväter und Väter haben für all dieses Jahrzente gekämpft!
Ob sich die Firmen damit einen Gefallen tun, glaube ich nicht. Wenn der Arbeitgeber den ersten Krankheitstag nicht mehr bezahlt führt das höchstwahrscheinlich dazu, daß die Leute sich länger krankschreiben lassen. Motivation der Mitarbeiter ist finde ich, der beste Weg, um Krankheitsausfälle zu verringern. Und diese Motivation ist mittlerweile schwer herzustellen, denn der enorme Kostendruck im Markt zwingt die Firmen, immer niedrigere Preise anzubieten, der Ausgleich wird dann früher oder später auf dem Rücken der Mitarbeiter stattfinden.
Mehr Effizienz ist das Stichwort. Ich erlebe diesen Prozess gerade in unserer Niederlassung in Helsinki. Wir sind ein deutscher Konzern, der nicht zuletzt auch aufgrund der hohen Gewinnerwartungen unserer Aktionäre zwangsläufig zum Sparen gedrängt wird. Die Konkurrenz ist groß und wir müssen uns wahnsinnige Preisschlachten mit Konkurrenzfirmen liefern. Um den niedrigeren Gewinn (bzw Verlust) auszugleichen, versuchen wir das Unternehmen zu straffen, Prozesse zu verbessern usw. Viele MA in Helsinki sind nicht gerade über jeden Verbesserungsvorschlag unsererseits glücklich, manche haben uns bereits den Rücken zugekehrt, die Meisten bleiben jedoch, da sie einsehen, daß mit der jetzigen Arbeitsweise kein konkurrenzfähiges Arbeiten möglich ist.
Eine wichtige Strategie ist, die wahren Zahlen für die Mitarbeiter offenzulegen und die Gründe genau zu erläutern und zwar so, daß sie sie auch verstehen. Es gilt in jetzigen Zeiten, die Krise zu überleben, dies schafft man nur, wenn Management und Mitarbeiter an einem Strick ziehen. Jetzt gilt es, als Team zusammenzuwachsen und dann gestärkt aus der Krise hervorzugehen.